Wir haben eine Katze! Und so wie's aussieht, möchte sie bei uns wohnen. Wie es dazu kam und warum Baldrian nicht notwendigerweise beruhigt, könnt Ihr hier nachlesen ...
Nach dem Umzug in die neue Wohnung konnten wir unseren schon länger gehegten Wunsch nach einem tierischen Mitbewohner endlich nachgeben. Mit nun genug Platz und einer für Katzen bestimmt interessant geschnittenen Wohnung in der Hinterhand stand also einem Mitbewohner nichts mehr im Weg. Trotzdem galt es noch einige Vorbereitungen zu treffen.
Also machten wir uns auf zum Fressnapf, dem lokalen Tierbedarf-Dealer unserer Wahl (und der einzige, den wir kennen). Auf unserer Einkaufsliste stand eine neue Grundausstattung für den gut vorbereiteten Katzenhalter: Katzenklo, Katzenstreu, drei Katzenfressnäpfe (Wasser, Trockenfutter, Nassfutter), eine Palette Katzenfutter (nass), einen Beutel Brackies, eine kleine Tüte Leckerlies (zum Belohnen), jede Menge Spielzeug (mit viel Catnip ;), und zu guter Letzt natürlich noch einen adäquaten Aufenthaltsort: einen Katzen-/Kratzbaum.
Mit diesen Utensilien ging's dann ab nach Hause, den Baum aufbauen und alles soweit zurecht machen, damit für den neuen Hausbewohner schon alles bereit ist. Nun also ausreichend vorbereitet, machten wir uns auf ins Tierheim Aachen um einem Stubentiger ein neues zu Hause zu geben. Nach einer kleinen Wartezeit, die wir zum diskutieren letzter Fragen nutzten, bat uns dann eine Pflegerin in Katzenhaus 3. Auf dem Weg dorthin schilderten wir kurz unsere Wünsche und die Gegebenheiten, die auf die Katze warten würden. Zum einen sollte es eine Wohnungskatze sein, da wir leider keinen Freigang anbieten können. Zum anderen sollte die Katze nach Möglichkeit alleine klar kommen, also zum Beispiel nicht von einer befreundeten oder gar verwandten Katze getrennt werden müssen. Wir wollten auch keine ganz junge Katze, weil wir für die dann nötige Erziehung nicht genug Zeit würden aufbringen können.
Nach ein wenig Blättern im Katzenkatalog schlug uns die Pflegering dann 'Knubbel' vor, eine sechseinhalb jährige Europäisch-Kurzhaar Katzendame. Besondere Merkmale des tierischen Kandidaten dieser Vermittlungsaktion seien Übergewicht und ein kleines Problem mit den Zähnen, von denen nämlich einige der oberen Schneidezähne fehlten, und die anderen leichten Besuch vom Genossen Zahnstein hatten. Davon ließen wir uns keineswegs abschrecken, ganz im Gegenteil. Wir hatten die Zeit, in der die Pflegerin im Katalog geblättert hatte bereits dazu genutzt, uns ein wenig umzusehen. Dabei war uns eine schwarze Katze (angenehm) aufgefallen, die etwas teilnahmslos auf einem der oberen Regalbretter saß und sich scheinbar gar nicht weiter für die Situation zu interessieren schien. Wie der Zufall es dann wollte, war es genau diese Katze, die der Katalog für uns ausgespuckt hatte.
Hier ist sie, unsere Maggie McClane!
Dann ging's aber zuerst mal zurück in den Verwaltungstrakt, wir hatten schließlich noch einigen Papierkram zu erledigen: Fragenbogen, Belehrung, Schutzgebührbogen und das Ausleihformular für eine Katzentransportkiste (die man nämlich beim Tierheim praktischerweise leihen kann). Nachdem der Papierkram dann erledigt war, sind wir zurück zum Katzenhaus, um unsere neue Mitbewohnerin einzupacken. Zu unserer Überraschung ist sie auch ziemlich freiwillig in die Transportkiste gestiegen, so dass uns und ihr der erste Machtkampf noch erspart blieb.
Zu Hause angekommen setzten wir die Katze in ihrer neuen Toilette ab, damit sie diesen Ort auf jeden Fall im Gedächtnis behalten würde. Doch lange hielt es die junge Dame dort nicht, nach einigen flüchtigen Blicken durch unser Bad ging es recht zügig auf die erste Erkundungstour durch ihr neues Revier. Gar nicht ängstlich, nein viel eher wie eine erfahrene Entdeckerin führte sie der erste Streifzug durch den Flur, ins Wohn- und Arbeitszimmer. Dort streift sie mittlerweile gerne auch mal durch's Unterholz.
Schließlich zog es sie durch den dann bereits bekannten Flur in den Küchen- bzw. Essraum. Hier hatten wir eine ihr hoffentlich angenehme Essecke direkt an der Fenstertür zum Balkon eingerichtet, in der sie stets frisches Wasser und zu einigermaßen geregelten Zeiten Nass- und Trockenfutter vorfindet und nach kurzer Gewöhnungsphase auch sehr brav meist restlos verspeist.
Wenn man Maggie mal gerade nicht finden kann, lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf die gepolsterten, unter den Küchentisch geschobenen Stühle. Diesen weichen Platz hat sie ziemlich zügig für sich entdeckt und nutzt ihn des öfteren für ausgedehnte Schläfchen.
Nach einer kleinen Verschnauf- und Schnüffelpause, es gibt schließlich jede Menge Düfte dort, wo es Essen gibt, gelang es uns schließlich Maggie in die oberen Gefilde unserer Wohnung zu locken, denn hier wartete noch jede Menge entdeckenswertes Terrain auf die Miniausgabe eines Panthers, den wir nun unser Haustier nennen dürfen. Als Miss McClane dann ziemlich bald anfing, den Teppich mit ihren Krallen zu bearbeiten, fiel uns ein, dass wir von dem Kratzbaum noch eine Platte und ein Stück Baumrolle übrig behalten hatten. Also beschlossen wir, schnell noch eine Kratzaußenstelle zu basteln. Mittlerweile erfreut sich diese zusätzliche Station zum Krallenschärfen immer größerer Beliebtheit.
Unseren Bastel- & Leseraum beäugte sie zunächst mit etwas Misstrauen, am selben Abend fanden wir sie aber schon auf einer der oberen Regalebenen, wofür eine Tasche dort ihren eigentlichen Platz räumen musste. In dem für uns zum gemütlichen Lesen positionierten 70er-Jahre-Sessel kann man Maggie ab und an in sichtlich entspannter Pose beim Dösen vorfinden, vorzugsweise, wenn's schön dunkel ist. Auch dem kleinen Kinderschreibtisch (samt Stuhl) ist sie nicht abgeneigt. Ganz geheuer scheint ihr dieser Raum jedoch noch nicht zu sein. Zumindest, wenn wir ihre kritisch aufmerksamen Blicke in diese Richtung richtig deuten. Vielleicht liegt das auch daran, dass man zwar von dort oben nach unten ins Wohn-/Arbeitszimmer gucken kann, es aber (bisher) keine für Maggie begehbare Verbindung zwischen diesen beiden Teilen der Wohnung gibt.
Das obere Ende der Treppe zwischen "unten" und "oben" unserer Wohnung ist inzwischen einer von Maggies Lieblingsplätzen, nicht zuletzt, weil man von dort eine hervorragende Überwachungsposition hat, um das Geschehen weiter unten im Auge zu behalten. Überhaupt ist sie abends gerne zunächst vor dem Bett zum Spielen, und dann später auf dem Bett zuerst zum Streicheleinheiten Sammeln und danach zum Schlafen am Fußende zu einer kuscheligen Katzenrolle zusammengeknäult. Manchmal hält Maggie sich dabei sogar die Augen zu, zumindest wenn wir das Licht noch brennen haben. Vielleicht sollten wir uns auf die Suche nach einer Katzen-konformen Schlafmaske umsehen, damit Maggie ungestört bei uns schlafen kann, während wir noch fernsehen.
Zu ihren Lieblingsplätzen gehört neben den schon genannten auch die Fensterbank im Arbeitszimmer.
Die erlaubt nämlich nicht nur, all die ganzen furchtbar interessanten Vorgänge zu beobachten, die sich vor unserem Haus und auf der Straße abspielen. Bei schönem Wetter kann man als Katze dort auch umweltfreundlich eine wohlige Portion Sonnenwärme tanken. Das spart die Kosten für die körpereigene Heizung und das Sonnenstudio. Umweltschutz hört bei Haustieren schließlich nicht einfach so auf, oder? Und wenn es doch mal kalt sein sollte, sorgt einfach die echte Heizung für die gewünschte Wärmezufuhr.
Ob Maggie vielleicht in ihrer bisherigen Laufbahn mal einen Chefposten inne hatte, wissen wir nicht. Ihre geübte Pose auf meinem Chefsessel lässt allerdings vermuten, dass sie gerne in aller Ruhe die Übersicht behält. Sonst dient der Stuhl - ungeachtet der Tatsache, ob ich gerade draufsitze oder nicht - als willkommene Brücke von meinem Schreibtisch zu ihrem Kratzbaum.
Reinlich ist unser Stubenpanther auf jeden Fall.
Und die Couch bietet da häufig einen Platz, um etwaige Defizite aufzuarbeiten. Es gibt kaum eine Gelegenheit, die sie nicht nutzt, um ihrem Fell den heutzutage in der Katzengesellschaft äußerst beliebten Glanz und eine betörende Geschmeidigkeit zu verleihen. Man kann ja schließlich nie wissen, ob nicht vielleicht im nächsten Augenblick ein Kater um die Ecke kommt. Besser, man bzw. Frau ist vorbereitet.
Wir hoffen, dass Ihr einen kleinen Einblick in den Einzug und das Leben unserer Maggie McClane bekommen habt. Wir werden natürlich über weitere einscheidende Erlebnisse berichten. Bis demnächst.
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